Donnerstag, 18.09.2014

13:00  Grußworte
Dr. Heike Förster, Jugendamt Leipzig
Dr. Hans-Ullrich Krause, Vorsitzender der IGfH

13:15 Kinder- und Jugendhilfe zwischen Inklusion
und Ausgrenzung – Kritische Nachfragen und Ermunterungen
Prof. Dr. Dr. Michael Winkler,
Friedrich-Schiller Universität, Jena

14:00  Inklusion –
Was heißt das für die sozialpädagogische Praxis?
Vier kommentierende Statements im Podiumsgespräch
Perspektive Organisation:
Dr. Heike Förster, Jugendamt Leipzig
Perspektive Fachpolitik:
Norbert Struck, Der Paritätische Gesamtverband, Berlin
Perspektive Adressat_innen:
Nevroz Duman, Jugendliche ohne Grenzen, Berlin
Perspektive Internationales:
Prof. Dr. Friedhelm Peters, Fachhochschule Erfurt
Moderation:
Dr. Hans-Ullrich Krause,
Kinderhaus Berlin-Mark Brandenburg

15:00 Kaffeepause

15:30 Gehörtes, Nichtgehörtes,
Kommentare zum Vortrag und zur Diskussion
Fünf offene Diskussionsgruppen,
Moderation durch Aktive der IGfH

16:30 Ende der Diskussionsphase

17:00 Mitgliederversammlung der IGfH

20:00 Tagungsfest mit Buffet und Musik

 

Freitag, 19.09.2014

09:00  Gelegenheit zum Gallery-Walk
Festgehaltene Kernaussagen der Diskussionsgruppen

09:30 Inklusion von (behinderten) jungen
Menschen in einer nicht inklusiven Gesellschaft
Prof. Dr. Albrecht Rohrmann, Universität Siegen

10:15 Inklusion in der Praxis
Workshops zu ausgewählten Fragestellungen in den Hilfen zur Erziehung

Focus 1 „Jugendhilfe – und dann?!“
Junge Erwachsene und Übergänge
Der Workshop befasst sich mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in stationären oder teilstationären Hilfen leben und sich im Übergang in das Erwachsenenleben befinden. Folgenden Fragen werden wir nachgehen:
Wie kann eine gelungene pädagogische Begleitung in dieser Lebensphase aussehen? Welche Hilfen sind auf dem Weg zum eigenständigen Leben notwendig?
Dabei wird der Workshop Aspekte wie die Unterstützung des Aufbaus von Netzwerken und sozialen Beziehungen ebenso betrachten wie den Übergang ins Arbeitsleben. Praxisberichte und Erfahrungen der Teilnehmer_innen sind herzlich willkommen!

Matthias von Holst (Neukirchener Erziehungsverein, Moers)
Britta Sievers (IGfH, Frankfurt am Main)

Focus 2 „Fremd und allein“
Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge in den Hilfen zur Erziehung
Die verstärkte Versorgung von Unbegleiteten Minderjährigen Flüchtlingen (UMF) in der Jugendhilfe bringt neue Herausforderungen für die Mitarbeitenden und die beteiligten Institutionen mit sich. Der Umgang mit UMF erfordert dabei die Bereitschaft, miteinander zu lernen und die Verfahren zur Unterstützung dieser jungen Menschen weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt zeigt sich daran, inwieweit eine Gesellschaft bereit ist, einen inklusiven Blick auf alle Kinder und Jugendlichen einzunehmen.
Im Workshop werden zunächst am Beispiel von zwei Einrichtungen in Schotten/Hessen und Chemnitz unterschiedliche Betreuungsmodelle sowie praktizierte inklusive Arbeitsansätze vorgestellt. Anschließen wird sich ein moderierter fachlicher Austausch mit gegenseitigen kollegialen Anregungen und möglicherweise kontroversen Diskussionen zu Möglichkeiten und Grenzen inklusiver Ansätze mit jungen Flüchtlingen in der Jugendhilfe.

Carmen Rüth / Florian Gerlach (Schottener Soziale Dienste gGmbH, Schotten)
Uta Wanicki (AWO Kinder- und Jugendnotdienst, Chemnitz)

Focus 3 „Gender inklusive?!“
Mädchen und Jungen im Blick
Im Zuge propagierter Chancengleichheit von Männern und Frauen wird an Mädchen- und Jungenarbeit heute vermehrt die Frage gestellt, ob solche Konzepte in der konkreten Arbeit noch gebraucht werden, ob sie denn noch zeitgemäß sind, und nicht zuletzt, ob sie bei Mädchen und Jungen selbst „ankommen“.
Der Workshop nimmt diese Diskussionsfäden auf und gibt Antworten auf die Frage nach der Aktualität von Mädchen- und Jungenarbeit. Eine inklusive Pädagogik in der Mädchen- und Jungenarbeit wird dabei auf der institutionellen, konzeptionellen Ebene und auf der Ebene der Beziehungsprozesse Veränderungen benötigen. Im Workshop wird die Frage gestellt, an welchen Stellschrauben Pädagog_innen erfolgreich ansetzen  können und welche multiprofessionellen Kompetenzen benötigt werden, um eine inklusive Pädagogik in der Mädchen- und Jungenarbeit zu konturieren.

Christina Bader (Studienseminar für berufsbildende Schulen, Stade)
Peter Schmidt (Beratungs- und Informationszentrum für Männer und Jungen, BIZEPS, Wiesbaden)
Burglinde Retza (Sprecherin der IGfH Fachgruppe Mädchen und junge Frauen)

Focus 4 „Was Kinder brauchen!“
Aufsuchende und aushaltende Angebote in der Jugendhilfe
Im Workshop wird es vor allem um die Gestaltung von sozialpädagogischen Alltagssituationen im Kontext der Hilfen zur Erziehung gehen, die durch besondere Herausforderungen und Schwierigkeiten im Umgang mit Kindern und Jugendlichen geprägt sind. Als Ziel des sozialpädagogisch-pädagogischen Handelns wird Inklusion anstelle von Ausgrenzung sogenannter schwieriger Kinder und Jugendlicher definiert. Was muss geschehen, damit Kinder und Jugendliche in einer Einrichtung bleiben können und wie müssen ggf. Hilfesettings verändert und organisiert werden, damit den individuellen Bedürfnissen der jungen Menschen entsprochen und Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet werden? Zur Annäherung an die Frage wird im Workshop ein Exkurs in den Arbeitsalltag mit sogenannten „Ausreißern“ in der ambulanten Jugendhilfe stattfinden und gemeinsam über Alternativen zur Vermeidung von Geschlossenen Unterbringungsformen diskutiert.

Prof. Dr. Regina Rätz (Alice Salomon Hochschule, Berlin)
Olufemi Otubusin (Plan A gGmbH, Delmenhorst)

Focus 5 „Förderung für alle?!“
Regeleinrichtungen als Unterstützungsorte
Aufgrund der historischen Entwicklung verfügen die Bereiche der Hilfen zur Erziehung (HzE), Kindertagesstätten (Kita), wie auch Schulen über wenige gemeinsame Verbindlichkeiten, Arbeitsformen und Methoden im Umgang mit „schwierigen“ oder „eskalierenden Situationen“. Oftmals mit dem Effekt, dass die Zuständigkeiten für einzelne Kinder und Jugendliche in Überlastungssituationen gerne verschoben werden.
Im Kita-Bereich werden u. U. schwierige häusliche Verhältnisse bemerkt oder Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern gesehen, allerdings können diese Kinder oftmals mangels Personal oder fachlicher Kompetenz nicht „gehalten“ bzw. nicht weiter gefördert werden. Ähnliches lässt sich in Schulen beobachten. Dann sind Sozialpädagogische Familienhilfen (SPFH), Tagesgruppen oder andere Hilfen gefragt.
Eine Qualifizierung der Schnittstellen zwischen den Bereichen Bildung, Betreuung und Erziehung könnte ein wichtiger Ansatz sein, die Praxis des „Weiterschiebens“ deutlich zu begrenzen. Diskutiert werden daher im Workshop wie Kitas und Schulen als Orte einer nicht-ausgrenzenden Erziehung gestaltet werden können. Welche Unterstützung brauchen Regeleinrichtungen Kitas und Schulen auf dem Weg dorthin? Mit welchen Kompetenzen können die Hilfen zur Erziehung hier integriert entwickelt und im Sinne der bedarfgerechten Hilfe im unmittelbaren Lebensfeld der Kinder umgesetzt werden? Welche Anforderungen an Kooperation stellen sich? Wie kann es gelingen?

Dr. Matthias Hamberger (Martin-Bonhoeffer-Häuser, Tübingen)
Natascha Amiri (Konrektorin der Grundschule Hechinger Eck, Tübingen)
Stefan Lenz (Postillion e. V., Wilhelmsfeld)
Theresa Möller (Postillion e. V., Leiterin des Waldkindergartens Schönau)

Focus 6 „Jedes Kind kann kommen – jedes Kind kann bleiben“
Bedingungen inklusiver Heimerziehung
Heimeinrichtungen müssen sich heute als moderne, demokratische Gemeinschaften begreifen und sich auch so gestalten. Das bedeutet, dass die erwachsenen Personen wie die Kinder und Jugendlichen gesicherte Möglichkeiten zur demokratischen Mitgestaltung haben und keine weiteren Ausgrenzungsprozesse erfahren. In Einrichtungen und Diensten sind daher sowohl die Mitarbeiter_innen als auch die Kinder und Jugendlichen an Qualitätsentwicklungsprozessen beteiligt.
Anhand eines Beispiels aus der Praxis beleuchten wir vor dem obigen Hintergrund die verschiedenen Ebenen der Inklusion in der Heimerziehung – von der Haltung über das Wissen hin zur Organisation. Der Workshop fragt: Wie ist es im Kontext der Inklusion möglich, Bedingungen für Kinder zu schaffen, „um ein Kommen und Bleiben“, solange es dem jungen Menschen gut tut, zu ermöglichen?

Gerald Rieken (Psychagogisches Kinderheim Rittmarshausen e. V.) / Eckard Mann (Radebeuler Sozialprojekte gGmbH, Dresden)
Julia Schlagenberg / Clara Bofinger (Kinderhaus Berlin-Mark Brandenburg)

Focus 7 „Behindert ist man nicht, behindert wird man“
Kinder mit Behinderungen in der Pflegekinderhilfe und in der Heimerziehung
Die Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung stellt in besonderer Weise die Frage nach dem Verhältnis von stationärer Unterbringung zur Unterbringung in der Familienpflege. Die Betreuung, Pflege und Erziehung eines chronisch kranken, unheilbar kranken oder behinderten Kindes bedeuten eine große zeitliche und kräftemäßige Beanspruchung und emotionale Belastung für betroffene Pflegepersonen wie auch für Fachkräfte der Heimerziehung.
Es ist daher von zentraler Bedeutung, dass Familien und Fachkräfte, die eine solche Aufgabe übernehmen, optimal begleitet werden.
Zentral wird in dem Workshop vom Aufbau einer bundesweiten Vermittlungsstelle für die Vermittlung chronisch kranker und behinderter Kinder berichtet, die zurzeit in 13 Außenstellen Sonderpädagogische Pflegefamilien in sechs Bundesländern betreut. Diskutiert werden sollen aber auch die Schnittstellen zwischen Behindertenhilfe und Kinder- und Jugendhilfe.

Imke Büttner (Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Münster) /
Kurt Sternberger (Vitos Kalmenhof gemeinnützige GmbH, Wiesbaden)
Annette Eichhorn (Pflegefamilien für chronisch kranke und behinderte Kinder, Diakonie Düsseldorf)

(Kaffeepause individuell in den Diskussionsgruppen)

12:30 Inklusion als Programmatik –
Wo bleiben die Beteiligung und die Rechte von jungen Menschen?
Prof. Dr. Sabine Andresen,
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

13:15 Schlussworte der Veranstalter_innen

13:25 Ende der Tagung
Tagungsmoderation:
Josef Koch und Dr. Kerima Kostka, IGfH, Frankfurt am Main